1. Bei Beendigung ausstellen; die Frist für Übertragungsverfahren gilt hierfür nicht
Artikel 50 des Gesetzes der Volksrepublik China über Arbeitsverträge verpflichtet den Arbeitgeber, bei Auflösung oder Beendigung des Arbeitsvertrags eine Bescheinigung auszustellen. Derselbe Absatz sieht für die Verfahren zur Übertragung der Personalakte und des Sozialversicherungsverhältnisses eine Frist von 15 Tagen vor. Es handelt sich um unterschiedliche Pflichten: Die Frist von 15 Tagen ist keine allgemeine Nachfrist für die Bescheinigung. Planen Sie deren Vorbereitung in den Ablauf des Ausscheidens ein, anstatt bis zum nächsten Entgeltabrechnungszyklus zu warten.
Gleichen Sie das rechtliche Beendigungsdatum mit der Eigenkündigung, der Kündigungsentscheidung oder der unterzeichneten Vereinbarung und den zugehörigen Zustellungsnachweisen ab. Der letzte tatsächlich geleistete Arbeitstag, der Abrechnungsstichtag und das Vertragsende können voneinander abweichen. Bei Ablauf eines befristeten Vertrags kann außerdem eine gesetzliche Verlängerung eingreifen. Sind das Enddatum oder der Fortbestand des Arbeitsverhältnisses streitig, veranlassen Sie zeitnah eine gezielte rechtliche Prüfung. Erfinden Sie weder ein vermeintlich vereinbartes Datum, noch gehen Sie davon aus, dass der Streit eine zeitlich unbegrenzte Zurückhaltung sämtlicher Unterlagen erlaubt.
2. Die vier gesetzlich vorgeschriebenen Angaben mit der Personalakte abgleichen
Artikel 24 der Durchführungsverordnung zum Gesetz der Volksrepublik China über Arbeitsverträge nennt die Vertragsdauer, das Datum der Auflösung oder Beendigung, die ausgeübte Stelle und die Dauer der Beschäftigung bei diesem Arbeitgeber. Gleichen Sie jede Angabe mit den Verträgen, Änderungsvereinbarungen und Personalunterlagen ab. Bei mehrfach verlängerten Verträgen darf die Personalabteilung die Laufzeit des jüngsten Vertrags nicht mit der gesamten Beschäftigungsdauer gleichsetzen. Konzerninterne Wechsel oder streitige Beschäftigungszeiten erfordern eine gesonderte Prüfung; ein Anfangsdatum darf nicht einfach unterstellt werden.
Erfassen Sie zur ordnungsgemäßen Dokumentenverwaltung die tatsächliche Arbeitgebergesellschaft und den Beschäftigten korrekt, geben Sie das wirkliche Ausstellungsdatum an und sorgen Sie nach dem Verfahren des Arbeitgebers für eine autorisierte Unterschrift oder einen Stempel. Benötigt die Zentrale eine englische Fassung, müssen sämtliche Daten, Unternehmensbezeichnungen und Stellenbeschreibungen mit dem chinesischen Dokument übereinstimmen. Die Bescheinigung dokumentiert das Ende des Arbeitsverhältnisses; sie ist weder ein leistungsbezogenes Empfehlungsschreiben noch ein Mittel für disziplinarische Kritik. Nehmen Sie in die übliche Bescheinigung keine Leistungs- oder Verhaltensbewertungen und keine ungeklärten Vorwürfe auf. Prüfen Sie etwaige örtlich vorgeschriebene Formulare gesondert.
3. Bei einer bestehenden Kündigungsmitteilung den Inhalt prüfen, bevor ein weiteres Dokument verlangt wird
Die Überschrift eines Dokuments entscheidet für sich genommen nicht darüber, ob die gesetzlich vorgeschriebene Bescheinigung vorliegt. In einer am 28. September 2022 veröffentlichten Antwort erläuterte die Abteilung für Arbeitsbeziehungen des Ministeriums für Humanressourcen und soziale Sicherheit (MOHRSS), dass ein bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses ausgestelltes Dokument als Bescheinigung anerkannt werden kann, wenn sein Inhalt die einschlägigen gesetzlichen Anforderungen erfüllt. Eine bestehende Kündigungsmitteilung ist daher nach Inhalt und Ausstellungszeitpunkt zu prüfen. Allein aufgrund ihrer Überschrift ist sie weder automatisch ausreichend noch von vornherein ungeeignet.
Vergleichen Sie die ausgestellte Fassung mit den vier Angaben nach Artikel 24 und dem tatsächlichen Beendigungsdatum. Fehlen Informationen oder enthält der Text Vorwürfe oder Bedingungen für eine Abwicklungsvereinbarung, stellen Sie zeitnah eine geeignete Bescheinigung aus oder berichtigen Sie das Dokument. Bewahren Sie die frühere Fassung, den Berichtigungsgrund und den Übergabenachweis auf. Datieren Sie ein Dokument nicht zurück, um eine Verzögerung zu verdecken. Eine später ausgestellte Bescheinigung darf auch nicht dazu dienen, einen neuen Kündigungsgrund zu erfinden oder den Eindruck zu erwecken, eine streitige Kündigung sei dadurch rechtmäßig geworden.
4. Die Aushändigung von der Arbeitsübergabe und einem Anspruchsverzicht trennen
Artikel 50 verpflichtet den Beschäftigten zur vereinbarten Arbeitsübergabe und knüpft die Zahlung des gesetzlich geschuldeten wirtschaftlichen Ausgleichs an deren Abschluss. Er macht die Ausstellung der Bescheinigung jedoch nicht davon abhängig, dass sämtliche Gegenstände zurückgegeben werden, die Entgeltabrechnung anerkannt oder eine Verzichtserklärung unterzeichnet wird. Erfassen und bearbeiten Sie einen fehlenden Laptop, einen Anspruch auf Erstattung von Schulungskosten oder einen Streit über ein Wettbewerbsverbot gesondert. Die Bescheinigung darf nicht ohne eigenständige Grundlage erklären, sämtliche Beträge seien gezahlt oder alle Ansprüche aufgegeben. Eine gesonderte Abwicklungsvereinbarung bedarf einer eigenen Prüfung.
Planen Sie die Aushändigung zu einem Zeitpunkt, zu dem der Beschäftigte den vereinbarten Übermittlungsweg noch nutzen kann. Bewahren Sie die endgültig ausgestellte Fassung, Angaben zum Empfänger und zu dessen Anschrift oder Konto, den Versandzeitpunkt, die Anlagen und verfügbare Empfangsnachweise auf. Eine Empfangsbestätigung sollte das erhaltene Dokument eindeutig bezeichnen, ohne zugleich die Anerkennung der Kündigung oder der Zahlungsbeträge zu verlangen. Werden Abholung oder Unterschrift verweigert, dokumentieren Sie dies und prüfen Sie einen anderen geeigneten und rechtmäßigen Übermittlungsweg. Eine lediglich im Ordner der Personalabteilung gespeicherte Datei oder eine ausschließlich an ein deaktiviertes dienstliches Konto gesendete E-Mail belegt den tatsächlichen Empfang durch den Beschäftigten nur unzureichend.
5. Versäumnisse beheben und geltend gemachte Schäden anhand der Beweise prüfen
Nach Artikel 89 kann die Arbeitsverwaltungsbehörde die Behebung des Versäumnisses anordnen, wenn die vorgeschriebene schriftliche Bescheinigung nicht erteilt wurde. Entsteht dem Beschäftigten dadurch ein Schaden, muss der Arbeitgeber diesen ersetzen. Eine verspätete Bescheinigung begründet für sich genommen weder einen pauschalen Anspruch in Höhe eines Monatsentgelts noch den Nachweis eines Verdienstausfalls für jeden geltend gemachten Zeitraum. Prüfen Sie den behaupteten Schaden, den ursächlichen Zusammenhang und die Beweise, insbesondere ein tatsächlich bestehendes Stellenangebot, die mitgeteilte Anforderung einer Bescheinigung, den vorgesehenen Arbeitsbeginn, die Kommunikation und die tatsächlichen Gründe dafür, dass die neue Tätigkeit nicht aufgenommen wurde. Eine Berichtigung des Dokuments beseitigt eine bereits entstandene Haftung nicht automatisch.
Stellen Sie für die anwaltliche Prüfung die Arbeitsverträge, die Unterlagen zur Beendigung, sämtliche Fassungen der Bescheinigung, die Übermittlungsnachweise, die Liste zur Arbeitsübergabe sowie etwaige Berichtigungs- oder Schadensersatzforderungen zusammen. Artikel 50 verlangt gesondert, die Vertragstexte aufgelöster oder beendeter Arbeitsverträge mindestens 2 Jahre aufzubewahren. Daraus folgt keine Anweisung, nach dieser Frist sämtliche Personalunterlagen oder Beweismittel zu Streitigkeiten zu löschen. Die Aufbewahrung anderer Unterlagen und von Beweisen zu laufenden Streitigkeiten ist gesondert zu beurteilen. Für eine erste Anfrage genügen Angaben zur chinesischen Arbeitgebergesellschaft, zur Stadt, zum Beendigungsdatum, zum fehlenden Dokument und zu dringenden Fristen; vertrauliche Personalakten müssen dabei nicht übermittelt werden. Rechtsberatung wird auf Chinesisch und Englisch angeboten.
Rechtsquellen
Amtliche Quellen · Geprüft am 2026-10-15. Übersetzungen dienen der Orientierung und sind keine amtlichen Rechtstexte.
- Arbeitsvertragsgesetz der VR China (Änderung 2012) ↗
Artikel 44–45, 50 und 89: Vertragsablauf und Verlängerungen, getrennte Pflichten bei Beendigung, Aufbewahrung der Verträge und Haftung für die Bescheinigung.
- Durchführungsverordnung zum Arbeitsvertragsgesetz der VR China, Staatsratsverordnung Nr. 535 ↗
Artikel 24: Vertragsdauer, Beendigungsdatum, ausgeübte Stelle und Beschäftigungsdauer in der Bescheinigung.
- Antwort der Abteilung für Arbeitsbeziehungen des Ministeriums für Humanressourcen und soziale Sicherheit (MOHRSS) zu Beendigungsbescheinigungen vom 28. September 2022 ↗
Veröffentlicht am 28. September 2022: Ein bei Beendigung ausgestelltes Dokument kann als Bescheinigung anerkannt werden, wenn sein Inhalt die gesetzlichen Anforderungen erfüllt.
Allgemeine Informationen zu Festlandchina. Die Fakten, maßgeblichen Daten und lokalen Regeln müssen im Einzelfall geprüft werden.
Eine chinesische Beendigungsbescheinigung und die Übergabenachweise prüfen lassen
Prüfen Sie vor Abschluss der Austrittsakte das Beendigungsdatum, die gesetzlichen Pflichtangaben, noch offene Aufgaben bei der Arbeitsübergabe und etwaige Schadensersatzforderungen.
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